Suchmaschinen müssen das Internet ordnen

 

Für Anregungen und Kommentare - auch Kritik - bin ich jederzeit dankbar!

Chio Maisriml

Web-Promotion

Was Suchmaschinen betrifft sind die Quellen düster, Halbwahrheiten und Ahnungslosigkeit bunt gemischt. Web-Promoter sind kein gesprächiges Volk und umgeben sich gerne mit vielsagender Schweigsamkeit, kochen ihr Süppchen wie mittelalterliche Alchemisten und hoffen, dass daraus eines Tages das große Gold wird.

Eine Wahrheit hingegen ist einfach: Um am Markt zu bleiben, müssen Suchmaschinen "relevante" Treffer liefern. Wer "Wasserbetten Wien" eingibt, sucht wohl einen Wasserbetten Händler in Wien und es soll ein Wasserbetten-Händler in Wien oben stehen. Nicht oben stehen soll jemand, der in seinem Online-Gemischtwarenladen auch Wasserbetten aus Mexico versenden würde. Schon gar nicht oben stehen soll eine Pornoseite mit Members-Area, nur weil jemand, der Wasserbetten sucht vielleicht gerade auch an einem prall erregten Link interessiert sein könnte.
Es ist die Aufgabe der Suchmaschine, mögliche Suchbegriffe in Themen einzuteilen und auf Anfrage passende Treffer zu zeigen.
Es ist nicht der Job eines Webpromoters, eine Suchmaschine auszutricksen oder zu belügen. Wer die Suchmaschine mit guten Daten füttert wird belohnt. Bei geschickt gewählten Suchbegriffen würden in den allermeisten Fällen die wirklich relevanten Treffer gerade mal die ersten 10 Plätze füllen.

Referenzen und Kompetenz

So arbeiten Suchmaschinen

Für die Bewertung sind wie auch im "richtigen Leben" im wesentlichen 2 Faktoren ausschlaggebend: Referenzen - also Empfehlungen - und Kompetenz.

In der Praxis ist das leicht nachvollziehbar: Wenn viele Ärzte für eine bestimmte Krankheit einen bestimmten Arzt empfehlen, dann wird dieser Arzt als Spezialist für diese Krankheit gesehen. Es ist auch einleuchtend, dass die Empfehlung von Ärzten mehr Gewicht hat als von Laien und natürlich hat die Empfehlung von einem Arzt, der selbst als Spezialist für diese Krankheit gesehen wird, das höchste Gewicht überhaupt.
Weil dieses einfache und an der Realität orientierte Prinzip sowohl gute Treffer liefert als auch sehr schwer zu manipulieren ist, hat es sich allgemein durchgesetzt und Google zur populärsten Suchmaschine gemacht.

Referenzen (Link-Popularity) heißt für die Suchmaschine: Wie viele andere Websites haben einen Link auf eine bestimmte Site gesetzt. Wichtig ist dabei auch, mit welchen Begriffen dieser Link verbunden ist - dieser Begriff wird nämlich der Ziel-Seite zugerechnet. In der Praxis heißt das zum Beispiel: Wenn auf sehr vielen Websites ein Link zu www.orf.at steht - verbunden mit dem Wort "Wetterbericht" - wird beim Suchbegriff "Wetterbericht" die ORF-Seite als Treffer angezeigt, selbst wenn die Suchmaschinen die ORF-Seite selbst noch nie untersucht hat. Weitere wichtige Faktoren sind entsprechend, wie wichtig die Seite ist, die den Link gibt und ob diese Seite auch insgesamt etwas mit dem selben Thema zu tun hat.

Allerdings hat die Sache auch einen Haken: Das Internet wächst sehr schnell und neue, aktuelle Websites hätten keinen Chance, zu Empfehlungen zu kommen, während nur alte und etablierte Seiten von Suchmaschinen angezeigt werden. Deswegen ist ein weiteres - sehr wichtiges Kriterium die "Themen-Kompetenz"
Themen-Kompetenz heißt, wie viel Information zu einem bestimmten Thema geboten wird. Für ein Computerprogramm ist es natürlich sehr schwer, Kompetenz zu messen, der Ansatz liegt daher darin, "Schlüsselwörter" in Gruppen zusammenzufassen und die Website nach bestimmten Kriterien einzuordnen. Je genauer eine Site eingeordnet werden kann, umso besser wird sie bewertet. Da auch hier der wesentliche Angriffspunkt für Web-Promoter ist und dementsprechend viel getrickst wird, hat die Suchmaschine hier auch die meiste Arbeit, Schein und Wirklichkeit zu trennen.

Cloaking, versteckter Text, Doorway-Pages und Weiterleitungen

Die Tricks der Promoter und wie Suchmaschinen sie erkennen.

Im Kleingedruckten der meisten Web-Promoter steht meistens, dass das erste Auftauchen einer gepushten Seite als Vertragserfüllung gilt und - sofern die Position Auswirkung für die Bezahlung hat - diese erste Position dafür herangezogen wird. Das hat einen guten Grund: Site-Promotion hat meist nur kurzfristige Auswirkung und bei den ganz alten Tricks hält die Wirkung nur wenige Tage.

Die ältesten Tricks - Cloaking, versteckter Text, Doorway-Pages und Weiterleitungen stellen für die meisten Suchmaschinen kein Problem mehr dar. Google etwa verfährt mit solchen Tricks so: Die Site wird tatsächlich kurz sehr hoch gerankt, verschwindet aber nach wenigen Tagen völlig in der Versenkung und kommt erst wieder in den Suchergebnissen zum Vorschein, wenn die Tricks entfernt worden sind. Das kann viele Monate dauern. Generell gilt, dass jeder Trick, der mit einem Programm erzeugt wird, von einem Programm erkannt werden kann und je häufiger der Trick gemacht wird, umso schneller erkennt ihn die Maschine. So kann zum Beispiel leicht festgestellt werden, wie hoch der Anteil an "Füllwörtern" und Satzzeichen im Text ist - ist er zu hoch, zu niedrig oder zu regelmäßig kann die Suchmaschine davon ausgehen, dass der Text ein künstlich erzeugter Blindtext ist, der nur dazu dient, viel Inhalt vorzugaukeln, wo keiner ist. Und letztendlich kann man davon ausgehen, dass bei Verdacht stichprobenartig tatsächlich ein "echter" Suchmaschinen-Editor vorbeischaut, der den Fake mit einem Blick erkennt und die Site auf eine Sperrliste setzt.

Gefinkelte Suchmaschinen-Spammer sind daher permanent auf der Suche nach Schwachstellen und müssen immer einen Schritt voraus sein. Der damit verbundene Aufwand ist enorm und führt auch nur kurzfristig zu guten Ergebnissen, sobald man entdeckt wurde, heißt es abtauchen und unter anderem Namen (und natürlich auf einem anderen Server und einer anderen Domain) wieder von vorne zu beginnen.
Langfristig gute Ergebnisse erzielen weniger die Techniker, sondern diejenigen, die mit Ausdauer und Know-How die Suchmaschinen nicht austricksen, sondern unterstützen. Man muss kein besonderer Techniker sein, sondern vielmehr die Funktion der Suchmaschine nachvollziehen und die Website daran anpassen.

Besseres Ranking
durch ganz einfache Tricks

So kommen Sie auf Dauer besser in die Suchergebnisse:

Der häufigste Grund für schlechtes Ranking ist oft ganz banal: Suchmaschinen erkennen nur "normale" HTML-Links, Javascript wird nicht interpretiert. Einige Homepage-Editoren erzeugen aber Javascript-Links und deswegen "sieht" der Spider die Seiten gar nicht. Überprüfen Sie das mit einem Homepage-Check, wie er auf vielen Seiten im Internet gratis angeboten wird.
Benutzen Sie einen HTML-Validator, um zu überprüfen, ob die Site technisch einigermaßen in Ordnung ist. Vieles, was ein Browser noch durchgehen lässt, ist für die Suchmaschine Grund, die Seite zu ignorieren.

Wenn Sie eine Dienstleistung oder ein Produkt anbieten, werben Sie nicht nur, sondern geben Sie nützliche Tipps, etwa zu Auswahl und Pflege. Geizen Sie nicht mit Ihrem Know-How, sondern stellen Sie sich als Profi in Ihrer Branche dar und bieten Sie Information, die man nicht überall findet. Machen Sie die Site nicht nur für potentielle Kunden interessant, sondern auch für branchenverwandte Sites.
Versuchen Sie, in Webverzeichnisse zu kommen (dMoz, Yahoo!, diverse Branchenverzeichnisse). Das funktioniert aber nur, wenn die Website inhaltlich in Ordnung ist und gute Informationen zu einem bestimmten Thema bietet.


Überlegen Sie, was jemand als Suchbegriff verwenden würde, wenn er Ihre Site finden will. Orientieren Sie sich dabei an der Sprache Ihrer Zielgruppe und verwenden Sie gebräuchliche Wörter, auch wenn sie nicht immer genau sind. Den wenigsten Menschen ist der Unterschied zwischen einer "Klimaanlage" und einem "Klimagerät" klar, auch wenn Sie als Profi in Ihrem Fach da genau unterscheiden.
Schreiben Sie eine Liste mit diesen Begriffen zusammen, je kürzer, desto besser.

Grenzen Sie die Region ein, für die Ihre Website interessant ist. "Graz", "Steiermark" oder "Österreich" sollten zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen, wenn Sie eine Dienstleistung in diesen Regionen anbieten. Suchmaschinen schätzen das ungemein und nicht wenige Suchende verwenden diese Begriffe, wenn sie etwas in der Umgebung suchen. Wer in Graz eine Baufirma sucht, wird sich an keine wenden, die in Stuttgart beheimatet ist.


Bringen Sie diese Begriffe an gute Positionen auf Ihrer Homepage. Google bewertet Schlüsselbegriffe in dieser Reihenfolge: Domainname, Seiten-Titel, Seiten-URL, Überschriften, Bildnamen, Seitentext. Zum URL gehört natürlich auch der Dateiname der Seite und das Verzeichnis, in dem die Seite ist. Die Begriffe müssen jeweils an mehreren Stellen vorkommen, also z.B. im Titel und im Text, aber keinesfalls mehrmals hintereinander!


Geben Sie jeder einzelnen Seite Ihrer Homepage einen Titel. Verwenden Sie dabei die wichtigen Suchbegriffe, aber achten Sie darauf, dass diese Wörter auch im Text der Seite an guten Positionen vorkommen. Wenn das nicht geht: Ändern Sie den Text der Seite. Der Titel sollte nicht länger als 5 - 8 Wörter sein und möglichst ein ganzer Satz.

Dasselbe gilt für die Keywords und die Description: Bearbeiten Sie diese Metatags für jede Seite einzeln und achten Sie auch hier darauf, dass die Begriffe auch im Text vorkommen. Schreiben Sie Keywords immer klein, durch Beistriche getrennt. Bei einfacher Mehrzahlbildung verwenden Sie die Einzahl, ansonsten das gebräuchlichere Wort: Im Handel wird das eher die Mehrzahl sein (man verkauft nicht ein Buch, sondern Bücher), bei Interessensgebieten die Einzahl (etwa "Modelleisenbahn"). Für die Description formulieren Sie die Keywords einfach in anderer Reihenfolge zu Sätzen.

Lassen Sie Slogans und schreiben Sie Überschriften in klarem Deutsch - auch wenn sie nicht besonders originell sind. "Verkauf von günstigen Wasserbetten in Wien" enthält etwa alles, was eine Suchmaschine braucht.
Verwenden Sie die <H1> Tags für Überschriften und passen Sie die Größe und Farbe mit Stylesheets an, statt die "font"-Tags zu verwenden. Keinesfalls sollten Sie wichtige Begriffe durch Tags oder gar unechte Sperrung unterbrechen.

Verwenden Sie in Links die selben Wörter und Begriffe, die im Titel der angegebenen Seite vorkommen. Das erfordert oft etwas Wortakrobatik, und oft ist es einfacher, den Titel der angegebenen Seite zu ändern. Sehr hilfreich ist eine "Stricherl"-Liste von Begriffen, die vorkommen sollen.

 

Chio Maisriml

 

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